Frühjahrsmüdigkeit – ein weit verbreitetes Phänomen

Müde im FrühjahrNun sind die Tage länger, alles blüht. Es wird wärmer, man sieht die ersten in der Sonne liegen. Also sollte doch jeder voller Elan und Tatendrang sein, um die erwachte Natur zu genießen. Aber weit gefehlt: Jedem zweiten macht die Frühjahrsmüdigkeit zu schaffen! Das hat eine Umfrage der Hildesheimer Wickert-Institute ergeben, nämlich 54 Prozent der Männer und 60 Prozent der Frauen sind betroffen. Warum ist das so? Einer der Hauptgründe ist, dass der Wechsel der Jahreszeit vielen im wahrsten Sinne des Wortes auf die Nerven geht – das wirkt sich auch physiologisch aus.

Dazu haben Chronobiologen herausgefunden, dass im Frühjahr die Zahl der Morgenmuffel zurückgeht, und zwar um die Hälfte, aber dafür die psychosomathischen Beschwerden wie Nervosität zunehmen. Im Mai und Juni wird es besonders schlimm, denn in diese Monate fallen die besonders schweren Phasen von Depressionen. Das wirkt sich so aus, dass in keiner Zeit des Jahres so viele Selbstmorde passieren. Das ist sehr erstaunlich, denn man hat immer gedacht, der Novemberblues und die dunkle Jahreszeit tragen zu den meisten Selbstmorden bei!

Auch die Schilddrüse spielt eine Rolle bei der Frühjahrsmüdigkeit. Denn sie arbeitet nach dem Winter weniger als sonst. Zum Ausgleich hierzu wird der Aufbaustoffwechsel angeregt. So haben Forscher ermittelt, dass Kinder zwischen März und Juni einen Wachstumssprung erleben. Dagegen haben die Erwachsenen mit dem Speck, den man sich im bewegungsarmen und weihnachtlich reichen Winter zugelegt hat, zu kämpfen.

Dazu kommt, wie die meisten zu ihrem Leidwesen feststellen, besonders der April mit seinen Wetterumschwüngen. Dabei müssen sich die Hauptblutgefäße in ständigem Wechsel weit und eng stellen, was den Blutkreislauf und das vegetative Nervensystem belastet und eben entsprechend ermüden lässt. Dann ist auch der Vitam-D-Pegel durch den sonnenarmen Winter gesunken – und damit auch die Stimmung.

So vielfältig die Ursachen der Frühjahrsmüdigkeit, wie man sieht, sind, so reichlich sind die Gegenmaßnahmen. Da sind die Freiluftsportarten wie Joggen und Radfahren. Auch Saunagänge und Kneippsche Anwendungen können das Wohlbefinden verbessern. Ein einfacher Tipp: Beim morgendlichen Duschen den Duschkopf mit dem wechselnd kalten und warmen Wasserstrahl über Arme und Beine zum Herzen hin bewegen.

Da fragen sich viele, ob man nicht einfach der Müdigkeit mit viel Schlaf entgegen kann. Da warnen die Mediziner, da riskiere man, sich hinterher noch müder und abgeschlagener zu fühlen. Auch würde dadurch die Neigung zu Depressionen verstärkt.

Sehr interessant ist in diesem Zusammenhang zu lesen, dass zwischen Februar und April hierzulande die meisten Kinder geboren werden. Was bedeutet, dass die „Früjahrsgefühle“ erst im Hochsommer ihren Höhepunkt finden. Aber war der Sommer extrem heiß, bleibt der Geburten-Boom im Frühjahr aus. Also erlahmt die Libido des Mitteleuropäers bei großer Hitze – zu viel Bewegung bei großer Hitze muss ja auch nicht sein 🙂

Beste Grüße
Sabine Hertz
Hot-Fit Redaktion

Bild © by istockphoto.com / Spanishalex

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