Verschiedene Arten von Kopfschmerzen & ihre Behandlung

Frau mit starken KopfschmerzenJeder Kopf schmerzt anders! Kopfschmerzen kennt jeder, direkt nach den Rückenschmerzen sind Kopfschmerzen das Volksleiden Nummer 1. Dabei ist Kopfschmerz nicht gleich Kopfschmerz – tatsächlich werden in der Fachwelt je nach Einteilung über 100 unterschiedliche Kopfschmerz-Arten beschrieben. Vielen vergehen von allein und brauchen keine weitere Behandlung, manche Arten von Kopfschmerz können aber sogar regelrecht gefährlich sein.

Unterscheidungskriterien beim Kopfschmerz

Damit Kopfschmerzen effektiv behandelt werden können, ist es wichtig zunächst festzustellen, welche Art von Kopfschmerz vorliegt. Hier kann ein kleiner Fragenkatalog helfen, den jeder selbst für sich durchgehen kann:

  • Wie lange dauert der Kopfschmerz und wie oft tritt er auf?
  • In welchem Zusammenhang tritt der Kopfschmerz auf bzw. verschlimmert er sich?
  • Wie intensiv sind die Schmerzen?
  • Wo genau sind die Schmerzen?
  • Welche Schmerzqualität (pulsierend, pochend, stechend, dumpf, brennend, drückend) haben sie?
  • Treten Begleiterscheinungen auf? Beispiel hierfür wären: Übelkeit, Erbrechen, neurologische Ausfallerscheinungen, Bewusstlosigkeit, Fieber, Nackensteife, etc

Anhand dieser Kriterien, lassen sich die verschiedenen Kopfschmerzarten gut unterschieden und entsprechend behandeln. Zum Arzt gehen sollte man mit Kopfschmerzen immer dann, wenn sie sehr häufig (an mehr als 10 Tage pro Monat) auftreten, gängige Kopfschmerzmedikamente nicht (mehr) wirken, die Beeinträchtigung im Alltag durch den Schmerz massiv ist oder Begleiterscheinungen auftreten. Zwar kann es auch dann ganz harmloser Erklärungen für den Schmerz geben, allerdings ist es dann allemal sicherer, die Ursachen durch einen Arztbesuch abklären zu lassen.

Nicht immer kann man alle Fragen eindeutig behandeln, aber dennoch helfen sie bei der Beurteilung der Kopfschmerzen. Treten Kopfschmerzen regelmäßig auf, macht es Sinn ein „Kopfschmerz-Tagebuch“ zu führen – so erleichtert man nicht nur dem Arzt die Diagnose, sondern gibt sich auch gleichzeitig die Möglichkeit, auslösende Faktoren und Muster zu erkennen und für die Zukunft zu vermeiden.

Kopfschmerz-Arten und wie man sie behandelt

Während manche Kopfschmerz-Arten recht selten sind, gibt es auch welche, die in der Bevölkerung recht häufig auftreten. Im Folgenden werden verschiedene Arten von Kopfschmerzen kurz dargestellt, von der Beschreibung gängiger Symptome über die Therapiemöglichkeiten und die Notwendigkeit eines Arztbesuches.

Spannungskopfschmerzen

Spannungskopfschmerzen sind in der Bevölkerung weit verbreitet, bis zu 70% der Bevölkerung leiden in ihrem Leben mindestens einmal darunter. Sie entstehen durch Stress und Anspannung und können normalerweise gut selbst behandelt werden.

  • häufigste Kopfschmerzform
  • chronisch mit einer Dauer von wenigen Minuten bis mehreren Monate
  • beidseitige Schmerzen
  • dumpf bis drückend
  • keine Begleiterscheinungen beobachtbar

Bei Spannungskopfschmerzen können Entspannungsübungen und ein verbessertes Stress-Management eine langfristige Symptomfreiheit herbeiführen, als Interventionsmedikamente sind herkömmliche Schmerzmittel normalerweise ausreichend.

Migräne

Migräne ist ebenfalls eine sehr häufige Kopfschmerzart, allein in Deutschland leiden ca. 8 Millionen Menschen darunter, die meisten der Betroffenen sind Frauen. Erstmals tritt Migräne normalerweise Anfang 20 in Erscheinung, der Stärkegrad eines Migräneanfalls kann zwischen lästig und ernsthaft problematisch schwanken. Bei vielen Migränepatienten tritt bereits im Vorfeld eine sogenannte Aura auf. Sie ist durch deutliche neurologische Ausfallerscheinungen gekennzeichnet, Sehstörungen, Lähmungen oder Ohnmacht sind hier nicht selten.

  • Dauer bis zu 72 Stunden
  • der Migräne gehen Vorboten, sogenannte Triggerfaktoren, voraus. Welche das sind, ist von Patient zu Patient sehr unterschiedlich.
  • Schmerzen treten periodisch auf
  • einseitiger, manchmal auch wandernder Schmerz
  • pulsierende Schmerzen
  • häufige Begleitsymptome sind: Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Geräuschempfindlichkeit, Schwindelgefühl

Gesunde Naturmittel von PreThisIm akuten Fall hilft konsequente Reizabschirmung: Ruhe und Dunkelheit wirken manchmal Wunder. Da während einer Migräne der Magen-Darm-Trakt das Arbeiten aufhört, können normale Medikamente, die über den Magen aufgenommen werden, keine Linderung bringen. Allerdings gibt es spezielle Migräne-Medikamente, die der Arzt bei Bedarf verschreibt. Als Prophylaxe haben sich regelmäßige Entspannungsübungen , ein geregelter Lebenswandel und eine angepasste Ernährung (zum Beispiel frei von Migräne-Auslösenden Nahrungsmitteln wie Rotwein oder Schokolade) als wirkungsvoll erwiesen.

Medikamentös induzierte Kopfschmerzen

Medikamenteninduzierte Kopfschmerzen sind häufig bei Menschen zu finden, die über einen längeren Zeitraum Medikamente nehmen mussten oder die chronischen Medikamentenmissbrauch begangen haben.

  • langandauernder Schmerz
  • Schmerz nach Ende der Medikamenteneinnahme
  • nicht lokalisierbar
  • dumpfer, drückender Schmerz
  • keine Begleiterscheinungen beobachtbar

Das besondere an medikamentös induzierten Kopfschmerzen ist, dass sie durch die Gabe weiterer Medikamente nicht weniger werden. Als Therapie ist hier ein Medikamentenentzug die einzige Lösung. Dieser wird von Patienten oft als sehr quälend empfunden und kann länger dauern. Deshalb macht es Sinn, einen Entzug durch einen Arzt begleiten zu lassen.

Exikoser Kopfschmerz (Austrocknungskopfschmerz)

Der exikose Kopfschmerz, auch Austrocknungskopfschmerz genannt, tritt als Warnzeichen auf, wenn der Flüssigkeitshaushalt im Körper nicht mehr stimmt. Durch mangelnde Flüssigkeitszufuhr wird das Gehirn nicht mehr ausreichend mit Wasser versorgt und reagiert mit Schmerzen.

  • chronische Schmerzen, die leicht beginnen aber stetig anschwellen
  • Flüssigkeitsmangel als Ursache
  • steigende Intensität der Schmerzen
  • nicht lokalisierbar
  • dumpfer, anschwellender Schmerz
  • zunächst keine Begleiterscheinungen beobachtbar, später Schwindel

Bei Austrocknungskopfschmerzen hilft nur eines: Flüssigkeitszufuhr! Wenn möglich sollte man große Mengen an Wasser oder ungesüßtem Tee zu sich nehmen, Elektrolyt-Lösungen bieten schnelle Hilfe. Sollte die Flüssigkeitsaufnahme durch Trinken allerdings nicht möglich sein, zum Beispiel wegen einem starken Magen-Darm-Infekt, hilft nur der Gang zum Arzt, damit dieser Infusionen verabreicht, um den Flüssigkeitshaushalt wieder zu stabilisieren. Dann kann diese Art Kopfschmerz allerdings problemlos behandelt werden.

Cluster-Kopfschmerz

Cluster-Kopfschmerzen, auch als Bing-Horton-Syndrom bekannt, gelten als die stärksten Kopfschmerzen die es gibt. Sie treten hauptsächlich bei Männern auf, der Beginn liegt zwischen dem 20. und dem 40. Lebensjahr. Glücklicherweise sind sie nicht weit verbreitet, denn im akuten Fall führen sie teilweise sogar zu Impulssuizid, weil der Betroffene keinen anderen Weg sieht, um dem Schmerz ein Ende zu setzen. Während des Anfalls sind Patienten motorisch sehr unruhig, laufen herum, schlagen eventuell auch ihren Kopf gegen Gegenstände.

  • Dauer zwischen 15 – 180 Minuten, tritt häufig regelmäßig zu bestimmten Tageszeiten oder Jahreszeiten auf
  • Alkohol und Nikotin, Nitrate oder Aufenthalte im Gebirge können auslösend wirken
  • extrem intensive Schmerzen
  • orbital oder streng einseitig
  • bohrend oder brennend
  • Tränen, Nasenausfluss, Hautrötung, Bindehautzeichnung

Cluster-Kopfschmerzen können durch die Zufuhr von reinem Sauerstoff gemildert werden, auch die Behandlung mit Triptanen, die als Arznei auch bei Migräne verwendet werden, zeigt gute Ergebnisse.

SAB – Subarachnoidalblutung

Als extrem gefährliche Kopfschmerzform gilt die SAB – die Subarachnoidalblutung. Sie ist eine sehr spezielle Form des Schlaganfalls und führt unbehandelt zum Tod. Eine feine Blutung im Gehirn sorgt dafür, dass Blut in den mit Hirnflüssigkeit gefüllten Subarachnoidalbereich eindringt. Die Folge sind plötzlich auftretende Kopfschmerzen von ungeahnter Intensität.

  • plötzlich auftretend, vergeht nicht von allein
  • Ursachen: erbliche Neigung oder Schädel-Hirn-Trauma im Vorfeld der Erkrankung
  • extrem intensive Schmerzen
  • Nackensteife, Bewusstseinsstörungen, Bewusstlosigkeit, neurologische Störungen

Die Behandlung einer SAB muss dringend durch einen Facharzt erfolgen! Denn hier ist eine Gehirn-Operation notwendig, mit einem neurochirurgischer Eingriff muss die Ausblutung gestoppt werden, bevor man sich überhaupt den Nachwirkungen widmen kann. Eine SAB hinterlässt nicht selten bleibende Schäden.

Sekundäre Kopfschmerzen

Zu den eindeutig behandlungsbedürftigen und oft auch gefährlichen Kopfschmerzen gehören auch sekundäre Kopfschmerzen. Sie sind nicht eigenständig, sondern haben ihre Ursache in einer anderen Erkrankung. Dabei kann es sich um einen Hirntumor handeln oder auch um eine Meningitis (Hirnhautentzündung), die die Schmerzen verursacht – Viele Erkrankungen führen sekundär zu Kopfschmerzen. Bei der Diagnose ist oft die Bewertung der Begleiterscheinungen der Weg, auf dem Arzt die passende Behandlung wählen kann.

Beste Grüße
Sabine Hertz
Hot-Fit Redaktion

Bild © by istockphoto.com / ariwasabi

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