Bewegungsarmut bei Kindern und die Folgen – Was kann man tun?

KinderkrankheitenBewegungsarme Kinder werden kranke Erwachsene

Kinder sind mehr als nur kleine Erwachsene! Der kindliche Organismus ist noch lange nicht ausgereift. Auf diese Weise ermöglicht die Natur jedem Kind eine ideale Anpassung an seine Umwelt. Das bedeutet im Umkehrschluss aber auch, dass die körperliche Entwicklung eines Kindes nur ideal ablaufen kann, wenn genügend äußere Reize auf das Kind einwirken. Ein besonders simples Beispiel ist das Gleichgewichtsorgan: Je früher es trainiert wird, desto besser wird es ausgebildet, und davon profitiert der noch kleine Mensch ein Leben lang. Die häufige Benutzung von Hängematten, Schaukeln, Karussells schon im Kleinkindalter hat tatsächlich einen messbaren Einfluss auf den erwachsenen Menschen! Und das zeigt sich nicht nur in der Verträglichkeit von Achterbahnen, sondern bei allen Aktivitäten, bei denen es auf das Gleichgewicht ankommt.

Ähnlich verhält es sich mit dem Bewegungssystem: Knochen, Bänder, Sehnen und Gelenke reifen erst mit den Jahren heran: Bei Neugeborenen sind viele Gelenke noch gar nicht verknöchert. Kinder brauchen eine adäquate Belastung, damit sich ihr Körper optimal ausbildet. Unglücklicherweise geht der Trend in den letzten Jahren zunehmend in die andere Richtung: Die Verletzungsrate der Kinder im Sportunterricht steigt – und das obwohl die Sportlehrer das Niveau und die Übungsauswahl vielfach deutlich herunterschrauben. Trotzdem sind viele Grundschüler nicht mehr in der Lage, selbst einfache Aufgaben, wie das Rückwärtsgehen auf einer gerade Linie, umzusetzen.

Statt im Wald oder auf dem Sportplatz zu toben, verbringen viele Kinder ihre Freizeit vor dem Fernseher, dem Computer oder einer Spielkonsole – mit dramatischen Folgen für ihre Entwicklung. Eine steigende zahl von Kindern klagt inzwischen über Rückenschmerzen, welche zwar in den seltensten Fällen dramatisch sind, aber ein Ausdruck der bereits in frühen Jahren erworbenen Fehlhaltung, welche sich in den frühen Erwachsenenjahren oft so verfestigt, dass eine vernünftige Haltung unmöglich wird.

Wechselseitig verstärkt wird dieses Problem durch die steigende Tendenz dicker Kinder. Es entsteht ein Teufelskreis aus Bewegungsmangel, welcher die Tendenz zum Übergewicht fördert. Übergewichtige Kinder meiden sportliche Aktivitäten häufig, allein schon um nicht ausgelacht zu werden – was wiederum den Bewegungsmangel fördert, und so weiter.

Bewegung ist ein natürliches Bedürfnis eines jeden Kindes, welches es durch altersgerechte Angebote zu fördern gilt. Oberstes Ziel sollte es sein, den Spaß an der Bewegung zu fördern. Zwang oder Leistungsdruck sollte bei Kindern, welche eher zum „Couch Potatoe“ neigen, möglichst vermieden werden.

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