Die bipolare Erkrankung – zwischen Manie und Depression

Zwischen Manie und DepressionDie bipolare Erkrankung, auch bipolare Störung oder manische Depression genannt, zählt zu den Affektstörungen, also den psychischen Erkrankungen, die vor allem das Gefühlsleben betreffen. Der Betroffene lebt dabei in den Extremen Manie (extremer Freude und Euphorie) und Depression (extreme Stimmungstiefs und Verzweiflung) – dazwischen gibt es für ihn nichts. Demnach fehlt bei einer bipolaren Störung ein Einpendeln des Gefühlsempfindens auf einem normalen, realistischen Niveau.

Massive Stimmungsschwankungen können jeden treffen

Diese massiven Stimmungsschwankungen sind sowohl für den Betroffenen als auch für sein Umfeld sehr belastend, gleichzeitig haben sie deutliche Auswirkungen auf seinen Alltag und sein Arbeitsleben. Nicht selten sind Menschen, die an einer bipolaren Störung erkrankt sind kaum noch arbeitsfähig und bringen sich selbst an den Rande des finanziellen und sozialen Ruins.

Die bipolare Erkrankung kann jeden treffen, obwohl vermutet wird, dass einige Menschen eine erblich bedingte genetische Neigung zu dieser Erkrankung haben. Damit sie ausbricht, müssen mehrere auslösende Faktoren aufeinander treffen, diese können genetischer, aber auch psychosozialer Natur sein. Als körperliche Auswirkung zeigt sich ein Ungleichgewicht der Neurotransmitter im Gehirn, wodurch die extremen Schwankungen des Gefühlslebens entstehen.

Diagnose und Behandlung der bipolaren Erkrankung

Ähnlich wie eine „normale“ Depression, lässt sich auch eine manische Depression als neurobiologisches Ungleichgewicht eigentlich gut medikamentös behandeln. Was die Therapie erschwert, liegt vielmehr in der besonderen Natur dieser Affektstörung: In den manischen Phasen fühlt sich ein Bipolarer extrem gut, stark, euphorisch, als könne er alles schaffen – kein Wunder also, dass der Betroffene in der Manie eine Behandlung als absolut unnötig empfindet und oft rigoros ablehnt. Häufig wird deshalb eine bipolare Störung erst gar nicht oder nicht korrekt diagnostiziert – schließlich erkennt der Betroffene lediglich die Depression und nicht seine Manie als behandlungsbedürftig an. Und obwohl der Erkrankte seine depressiven Phasen als großes Leide und starke Einschränkung erlebt, sind die manischen Phasen doch auch ein Ausgleich: Die Behandlung nimmt dem Bipolaren damit nicht nur seine dunkelsten Stunden, sondern auch sein helles Strahlen in der Manie.

Da bipolare Störungen deshalb selten diagnostiziert und noch seltener langfristig behandelt werden, greifen viele Erkrankte zur Selbstmedikamentation: Alkohol, Drogen und anderes Suchtverhalten sind deshalb häufige Begleiterkrankungen einer bipolaren Störung. Sie sind als Suchterkrankungen selbst dringend behandlungsbedürftig und verdeckten häufig die ihnen zugrunde liegende bipolare Störung – ein weiterer Fakt, der die Diagnose der Affektstörung erschwert.

Um eine bipolare Störung behandeln zu können, ist deshalb ein längerer Aufenthalt in einer stationären Einrichtung empfehlenswert. Hier können medikamentöse und psychotherapeutische Maßnahmen kombiniert werden, gleichzeitig wird durch Stabilisierung die Erkenntnis genährt, die die dauerhafte und erfolgreiche Behandlung überhaupt erst möglich macht.

Beste Grüße
Sabine Hertz
Hot-Fit Redaktion

Bild © by istockphoto.com / nanka-stalker

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