Schmackhafte und heilende Melisse

ZitronenmelisseDie Melisse, lateinisch Melissa officinalis, gehört zu den Lippenblütlergewächsen. Sie wird auch Bienenkraut, Frauenwohl, Zitronenkraut oder Zitronenmelisse genannt. Sie kommt ursprünglich aus dem östlichen Mittelmeergebiet und aus Westasien, wächst heute in Europa sowie in Mittelasien und in Nordamerika. Sie blüht in diesen Monaten in Gärten, Kübeln und in Töpfen wunderbar. Die leicht nach Zitrone duftenden Blätter enthalten ätherische Öle, Rosmarinsäure, Gerb- und Bitterstoffe.

Dass sie sehr gesund ist und vor allem heilende Wirkung hat, ist schon seit altersher bekannt. Zu Heilzwecken verwendet man die Blätter zur innerlichen und äußerlichen Anwendung, sowie Melissenöl.  Das wusste schon Pinius im 1.Jahrhundert nach Christus, es wurde als Mittel gegen Hysterie angewandt. Arabische Ärzte benutzten sie bei Herzproblemen, Angstzuständen und Nervosität. Im 10. Jahrhundert gelangte sie nach Spanien und von dort in die mittelalterlichen Klostergärten. Hildegard von Bingen wusste auch um ihre gute Wirkung und empfahl eine Tasse Melissentee für gute Träume. Paracelsus bezeichnete sie als das „beste Kräutlein der Welt“. Nonnen haben auch den Zitronenmelisselikör, den Karmelitergeist, erfunden.

Ihre gute heilende Wirkung ist heute wie damals unbestritten. Sie wirkt krampflösend, verdauungsfördernd und vor allem beruhigend. Eltern geben ihren Kindern gern Melissentee, wenn sie über Bauchweh oder allgemeine Unruhe klagen. Creme mit Melissenextrakt ist außerdem ein gutes Mittel gegen Lippenherpes.

Der Melissentee wird mit 2 bis 3 Teelöffeln Blätter auf ¼ Liter heißes Wasser angesetzt, dann 10 Minuten bedeckt ziehen lassen und abgeseiht. Es lohnt sich, dieses alte gute Hausmittel zu probieren.

Ein 15-minütiges Melissen-Vollbad ist auch sehr zu empfehlen, es entspannt und beruhigt wunderbar. Überdies eignen sich frisch zerstoßene Melissenblätter zur Behandlung von Insektenstichen.

Ganz abgesehen davon ist die Melisse auch in der einen oder anderen Küche sehr beliebt, da sie Speisen leichter verdaulich macht. Sie wird gern zur Aromatisierung von kalten Getränken, Salaten und Saucen sowie Desserts genommen, ganz köstlich ist Aprikosenmarmelade mit gehackter Zitronenmelisse. Sehr ansprechend ist sie auch als Verzierung, besonders von Nachspeisen und Eis. Man kann sogar Wein von der Melisse herstellen.

Last but not least ist die Melisse auch als Bienenweide sehr begehrt. Das wusste der Literatur nach auch schon der alte Pinius, siehe oben, ihm zufolge lieben die Bienen die Melisse mehr als andere Pflanzen.

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