Wenn das Gedächtnis schwindet: Alzheimer

AlzheimerWenn das Kurzzeitgedächtnis im Alter nachlässt, muss das nicht gleich auf eine Alzheimer-Erkrankung hindeuten, sondern es kann sich um eine normale altersbedingte Vergesslichkeit handeln. Allerdings gehört eine Verschlechterung des Gedächtnis zu den ersten Symptomen der Alzheimer Krankheit, bei der die Nervenzellen im Gehirn absterben.

Die Betroffenen dieser schwerwiegenden Erkrankung sind häufig im Alter zwischen 60 und 70 Jahren, wenn sich die ersten Anzeichen zeigen. Im Gegensatz zur normalen Vergesslichkeit wird bei Alzheimer Patienten zunehmend der Tagesablauf durch den Gedächtnisschwund beeinträchtigt.

Neben dem Nachlassen des Kurzzeitgedächtnis sind Sprach- und Orientierungsschwierigkeiten, Depressionen, Wahnvorstellungen und Veränderungen in der Persönlichkeit weitere Alzheimer Symptome. Das kann sich beispielsweise darin äußern, dass sanfte Naturen plötzlich ein aggressives Verhalten zeigen oder grundlos extrem misstrauisch werden.

Am Anfang kann der Krankheitsverlauf durch ein Hirnleistungstraining noch etwas verlangsamt werden. Hierbei ist es wichtig, dass die Betroffenen nicht unter Druck gesetzt werden und sie durch das Training positive Erfahrungen machen. Deshalb sollten die Übungen eher Erinnerungen aus dem Langzeitgedächtnis ansprechen.

Im weiteren Verlauf der Krankheit kommt es zu immer gravierenderen Einschränkungen, bis der Patient sich nicht mehr selber versorgen kann und selbst nahestehende Bezugspersonen nicht mehr erkennt. Dazu kommt, dass die motorischen Fähigkeiten immer weiter nachlassen, der Schlafrhythmus gestört ist und Inkontinenz eintreten kann. Spätestens dann kommen Angehörige, die vielfach die Betreuung und Pflege der Kranken übernehmen, an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. Deshalb ist es ratsam, sich rechtzeitig zu informieren, was an Unterstützung und Entlastung in dieser kräftezehrenden Phase möglich ist. Je nach Fortschritt der Erkrankung, gibt es Hilfe in Form von Selbsthilfegruppen, betreutem Wohnen oder einem Pflegedienst.

Die Ursachen für das Absterben der Nervenzellen im Gehirn sind trotz intensiver Forschung bislang nicht vollständig geklärt. Die derzeit möglichen Therapieformen sind darauf ausgerichtet, die Symptome zu lindern und den Krankheitsverlauf aufzuhalten.

Untersuchungsergebnisse, die von Wissenschaftlern der Universität Bonn 2011 veröffentlicht wurden, weisen auf ein Lipidmolekül als mögliche Ursache für die Krankheit hin. Dieses Molekül entsteht beim Abbau von Zellmembranen und wird im Normalfall schnell weiter abgebaut. Ist dieser körpereigene Mechanismus gestört, kann ein Anhäufen der Lipidmoleküle zu einem Absterben von Nervenzellen führen. Diese Theorie fundiert auf Tierexperimenten und muss durch weitere Untersuchungen an Gehirnen von verstorbenen Alzheimer-Patienten bestätigt werden.

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