Stottern – Wissenswertes über diese Krankheit

Stottern-FaktenForscher der Universitäten Leipzig und Göttingen haben herausgefunden, dass Stottern keine psychischen Ursachen hat. Die wahre Ursache ist ein Ungleichgewicht zwischen aktivierenden und hemmenden Netzwerken im Gehirn. Genau gesagt ist eine Region in der rechten Gehirnhälfte überaktiv – und bremst eine andere Region im linken Gehirn aus, so wird es wissenschaftlich erklärt.

Woher kommt das Stottern?

Das Gleichgewicht dieser beiden Zentren ist aber ein entscheidender Faktor für eine flüssige Sprache. Ist es im Ungleichgewicht, überwiegt die Hemmung und die Sprache gerät immer wieder ins Stocken.Wichtig ist diese Erkenntnis vor allem, weil sie die Stotterer vom Makel des Psychischen befreit. Das war leider bisher oft der Fall. Auch eine falsche Erziehung, Ernährung oder was auch immer gemeint wird, sind nicht schuld daran. In Wirklichkeit sind es die Gene und das kommt oft vor. Jedes 20. Kind beginnt irgendwann zu stottern, ebenso stottert etwa jeder 100. Erwachsene lebenslang.

Kann man es verhindern?

Ja! Wenn man rechtzeitig anfängt, und zwar möglichst sofort und konsequent. Stottern beginnt in den meisten Fällen schon in der frühen Kindheit, also noch vor dem 6. Lebensjahr. Es ist ja leider ein Teufelskreis, einmal das peinliche Gefühl, nicht flüssig zu sprechen. Das kann zu einer erhöhten Muskelentspannung führen – und das verstärkt das Stottern. Manchmal gibt es seitens der Eltern große Irritationen, wenn das Kind fehlerfrei singen kann. Oder auch stotterfrei mit dem Haustier spricht – aber anderen Menschen gegenüber beginnt es zu stottern. Das hat aber seine Ursachen in Anspannung und Entspannung.

Manchmal löst sich das Problem von allein

Aber leider nicht immer. Da man aber nicht weiß, welches Kind das Stottern wann wieder ablegt, brauchen alle Hilfe. Psychotherapien werden angeboten, aber sie sind wenig hilfreich, da Stottern eben keine psychischen Ursachen hat. Es gibt viele Behandlungsangebote, zwei aus der Vielfalt stechen in ihrer Wirksamkeit heraus: das sogenannte „Fluency Shaping“ und die „Stottermodifikation“. Hierbei versucht man, den Sprechrhythmus zu verlangsamen und den Stimmansatz weicher zu machen. Wichtig ist, je intensiver die Behandlung, desto erfolgreicher ist sie. Dabei sind wöchentliche zu wenig. Außerdem sind Gruppensitzungen besser als Einzelbehandlungen

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